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Grundsätzliche Vorgehensweise bei der Datenrettung

Die Datenrettung erfolgt in drei Schritten:

1. Schritt: Datenträgeranalyse - Was ist noch vorhanden

2. Schritt: Auswahl der Dateien, die gerettet werden sollen

3. Schritt: Datenrettung – Sichern der ausgewählten Dateien



1. Schritt: Datenträgeranalyse

Starten Sie R-Studio. Im linken Bereich sehen Sie die Datenträger (Festplatten, Partitionen, Wechselmedien, CD/DVD-Laufwerke), die sich in Ihrem PC befinden.



Wählen Sie hier die Partition (z.B. F) aus und öffnen Sie sie mit einem Doppelklick oder Taste F5 oder über das Kontextmenü (Rechtsklick auf den Laufwerksbuchstaben).



R-Studio sucht nun alle Dateieinträge, die es auf diesem Datenträger bzw. dieser Partition finden kann. Ganz unten links sehen Sie den Fortschritt des Vorgangs, bei dem die Anzahl der gefundenen Dateien angezeigt wird. Der Vorgang dauert in der Regel ca. 30-60 Sekunden, je nach Größe der Festplatte oder Partition.

EinträgeSuchen.tif

Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, zeigt R-Studio im linken Bereich die Verzeichnisstruktur der Festplatte bzw. Partition an. Im Verzeichnis „Metafiles“ befinden sich Systemdateien, wie FAT und BOOT. Diese sind für Sie in der Regel nicht interessant. Im Verzeichnis „Root“ sind im Idealfall Ihre Verzeichnisse und Dateien.



· Dateien ohne Markierung sind Dateien, die nicht gelöscht wurden, also noch ganz normal vorhanden sind.

· Durchgekreuzte Dateien Datei_gelöscht.tif sind gelöschte Dateien, die wahrscheinlich wiederhergestellt werden können.

· Befindet sich zusätzlich noch ein Fragezeichen Datei_fragwürdig.tif an der Datei, dann ist diese vermutlich beschädigt und eine Rettung ist fraglich.

· Dies ist auch der Fall, wenn sich ein kleiner Pfeil Datei_querverlinkt.tif an der Datei befindet. Die Datei ist dann mit einer anderen kreuzverlinkt und vermutlich defekt.

Beispiel: Im oberen Beispielbild sind alle Dateien auf der rechten Seite mit einem roten Kreuz versehen, d.h., sie können mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederhergestellt werden.

Hinweis: Schauen Sie auf jeden Fall auch in das Verzeichnis "RECYCLED" bzw. "RECYCLER", denn hier finden Sie die Dateien, die sich zuerst im Papierkorb befanden und dort gelöscht wurden! Lassen Sie sich hierbei nicht verwirren, wenn die Daten in weiteren Unterverzeichnissen liegen.

Sortieren nach Dateistruktur, Erweiterungen, Erstellungsdatum | Seit der Version 5 werden die Dateien auch beim normalen Einlesen nach Erweiterungen und auch nach Datum sortiert. Unterhalb der Verzeichnisliste sehen Sie daher den Eintrag „Sortiert nach: Echte Struktur – Erweiterungen – Erstellungsdatum – Änderungsdatum – Zugriffsdatum“.



Dateivorschau zu Beurteilung der Rettungschancen | Die integrierte Dateivorschau von R-Studio erkennt über viele Dateitypen. Damit können Sie die gefundenen Dateien schon vorab ansehen und somit direkt erkennen, ob die Datei noch gerettet werden kann.



2. Schritt: Auswahl der Dateien, die gerettet werden sollen

Sie haben nun die Wahl, alle Dateien der Partition oder eine gezielte Auswahl an Dateien wiederherzustellen.

Wenn Sie wollen, dann können Sie nun alle Dateien auf eine andere Festplatte oder Partition retten. Wählen Sie dazu den Menüpunkt „Datei/Wiederherstellen“ oder drücken Sie F2. Sie können aber auch bestimmte Dateien und Verzeichnisse markieren und nur diese wiederherstellen. Setzen Sie dazu vor die Datei(en) bzw. Verzeichnis (Se) einen Haken und wählen Sie den Menüpunkt „Datei/Markierte wiederherstellen“.



3. Schritt: Datenrettung – Sichern der ausgewählten Dateien



Sobald Sie "Wiederherstellen" oder "Markierte wiederherstellen" gewählt haben, öffnet sich ein Dialog, in dem Sie das Ausgabeverzeichnis für die geretteten Dateien angeben. Dies sollte eine andere Festplatte oder Partition sein. Die restlichen Einstellungen können Sie in der Grundeinstellung belassen. Drücken Sie auf „OK“, dann wird R-Studio die Dateien kopieren.



Wichtiger Hinweis, falls ein "?" in Ordner- oder Dateinamen auftritt: R-Studio stellt normalerweise Dateien mit der ursprünglichen Verzeichnisstruktur wieder her. Diese bedeutet, dass Dateien, die sich z.B. in „Daten/Fotos“ befanden, auch wieder in ein Verzeichnis „Daten/Fotos“ kopiert werden. Nun aber an dem Speicherort, den Sie angeben. Wenn es sich bei dem verwendeten Dateisystem um ein FAT-Dateisystem handelt, dann ist möglicherweise der erst Buchstaben eines gelöschten Ordners oder einer Datei ein "?". Bei einer Datei werden Sie dann zur Korrektur des Dateinamens aufgefordert, da Windows keine "?" in Dateinamen zulässt. Beim Anlegen eines Verzeichnisses, das ein „?“ enthält, kommt es jedoch zu einem Fehler, da dies nicht zulässig ist. Sie haben in einem solchen Fall nur die Möglichkeit, in den Optionen den Punkt „Verzeichnisstruktur wiederherstellen“ abzuschalten. Dann werden alle Dateien, die Sie wiederherstellen, in das von Ihnen gewählte Zielverzeichnis kopiert. Die ursprüngliche Verzeichnisstruktur geht dabei verloren.




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